Aussiger Bote 1978 - page 80

w urde audi die G rtindungsversam m lung des Kirchenbauvereins von Andersge­
sinnten gesprengt. Am 17. O ktober 1905 w urden aber die Statuten des St. Josef-
Kirdienbauvereins von der Statthalterei genehmigt.
Inzw isdien w ar bereits am 16. Juli 1905 der G rundstein gelegt w orden im d
der Bau der Kirche ging schnell vor sich, ließ jedoch oft die nötige Sorgfalt ver­
m issen. So w urde die Kirche ohne Isolierung direkt in einen ehem aligen Teich
gebaut. Im Novem ber 1905 w urde vom Baugeschäft W alters W itwe in Karbitz
bereits der Dachsttihl gesetzt D ieser Firm a w urden
3000
Kronen gezahlt, an die
Baufirm a Vinzenz Bernd sen., Türm itz, konnten n u r sechs Raten — zusam m en
33 500 Kronen — ausbezahlt werden. Trotz aller Schwierigkeiten w ar schon am
ZI. Jänner 1906 die Kirche so w eit fertiggestellt, daß sie geweiht w erden konnte.
Durch edle W ohltäter w urde die Ausschmückimg derselben erm ö^icht. Dabei
bewies die kath. Bevölkerung einen O pfersinn, der m re Gleichgültigkeit beim Bau
der Kirche wiedergutmachte. St. Josef, dem das G otteshaus gew eiht w urde, möge
auch w eiterhin seine schützende H and über dasselbe halten, dam it es ein Haus
der Zierde und des Segens bleibe.
Von einem Podixim aus ergriff D echant H offm ann aus Karbitz das W ort und
nach dieser Eröffnungsrede w urde der Kirchenplatz geweiht. Anw esend w aren
auch Konsistorialrat, bischöfl. Bezirksvikar und D echant der Stadt Aussig, J. Weise,
D echant Bertig aus T ürm itz, Katechet Klein aus Aussig, Katechet Neuheusser,
Schönpriesen u n d Kaplan Richter, Karbitz. — Eine Tafel in der fertiggestellten
Kirche verkündete, daß dieser G rundstein „Jesum Christum , dem ewigen Eckstein"
gew eiht war.
Am 12. O ktober 1905 erfolgte die W eihe der Glocke und am 21. Jänner 1906,
um 10 U hr morgens, fand die Kirchenweihe m it anschließendem Festzug statt.
Kanonikus G ustav M attauch aus Leitm eritz nahm die W eihe vor. Einzelheiten
hierüber sind in der vom Katecheten Volkery (Lüttich) verfaßten Festschrift des
Kirchenbauvereins in Prödlitz nachzulesen.
Bauherr w ar der Bonifazius-Verein Prag, der auch den größten Teil der Bau­
kosten aufbrachte. Von dem Architekten w urde der G esam tbau m it 105 328 Kro­
nen ö. W . veranschlagt — die Kosten für den Rohbau betrugen 55 129 Kronen.
Die Pläne w urden vom Arch. H. F. Blecha aus Prag entw orfen, doch w urden
einige Ä nderungen daran vorgenom m en. Insbesondere ist die Frage, ob am
Eingang ein T urm stehen sollte, oder ob zwei kleine Türm chen die Kirche zieren
sollten, ungeklärt. Im Innern der Kirche w aren drei A ltäre und 120 Sitzplätze
vorgesehen.
Erst am 20. Novem ber 1907 begann der M alerm eister M oritz aus Prödlitz m it
der Ausm alung der Kirche — was vier W ochen in Anspruch nahm . D ie Kosten
für diese A rbeit beliefen sich auf 1400 Kronen. Am 23. u n d 24. M ärz w urde ein
Hochaltar — ein Geschenk der Frau des Bergrats N euber — aufgestellt. D er A ltar
w urde vom Bildhauer Frz. M artiner in St. Ullrich, Gröden, Tirol, hergestellt.
D ie Grundsteinlegung des auf Kosten der Gräfin Sylva-Tarouca erbauten Pfarr­
hauses erfolgte am 27. Juli
19C59.
Die Baukosten betrugen
400CX )
Kronen, Bau­
m eister w ar Karl Kroy aus Obersedlitz.
M it Erlaß des k. k. M inisterium s für K ultur tm d U nterricht vom 22. Juni 1909
w urde Prödlitz aus der Karbitzer Pfarre ausgeschieden tm d die Errichtung einer
eigenen Pfarre genehmigt. Nachclem am i. Juli 1910 der Benutzungskonsens für
das Pfarrhaus erteilt w orden w ar, zog am i. Septem ber 1910 O tto Kam shoff als
erster Pfarrer von Prödlitz dort ein.
D am it w ären w ohl hierm it die wichtigsten Ereignisse über die lange Geschichte
vom Kirchspiel St. Laurenz, oder Predlitz-Kolcz (Koltsch) bis zur eigenen Dorf*
kirche aufgeführt Dabei fragt m an sich aber, weshalb Katechet Pattloch, der so
eifrig den Kirchenbau betrieb tm d in Begleittmg seiner M inistranten öfter Bitt­
gänge zum K ühner Grafen unternahm , dann nicht Pfarrer von Prödlitz wurde.
Er ist näm lich, w enn auch als Pfarrer, w ieder nach Kulm zurückversetzt worden.
— Prödlitz 70 —
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