Aussiger Bote 1982 - page 357

Ich sdiließe m it einem alten W eihnachtsspruch: „D as K in dle in das M aria hält,
is t Gottes Sohn, der H err der W elt. Es ko m m t zu uns das heilige K ind, die w ir
so arg ve iw o ne n sind, in N o t und vi-el Besdiwerden. D er H eiland is t es und der
Held, der w ider alle Feind sich stellt, auf dieser dunklen Erden. U n d w er as
m it
dem Kinde wagt, am Ende m uß ganz unverzagt, sehr stark u nd fröhlich werden."
Präl. D r. K arl Reiß
Schreckenstein feiert dreifaches Jubiläum
Von Rudolf Koska
— Fortsetzung —
50. Geburtstag der Bürgerschule —
Ein Stüd( Schredcenstelner Schulgeschichte
W eim Schredcensteiner am 5. September des Tages gedachten, an welchem sich
vor 50 Jahren zum erstenmal die Pforten der Bürgerschule zur A ufnahm e des
Schulbetiiebes öffneten, so sollten sie sich auch Schreckensteins Schulgeschichte,
welche 'das Entstehen dieses Werkes als K rönung beinhaltete, in Erinnerung
rufen.
E in kleines unscheinbares Häuschen, eigentlich m ehr eine H ütte, das w ar die
alte u nd auch erste Schule von Schreckenstein, in welcher im Jahre 1817 der
U n terrich t aufgenommen wurde. Holzschindeln deckten das Schulgebäude, über
dessen Eingangstür die sinnvollen W orte standen: „Lasset die K leinen zu mir-
kom m en". Ein schmaler Fuhrweg vo n der Burg am M eierhof vorüber, dem ehe­
m aligen W eingarten entlang, füh rte zu diesem kleinen Häuschen, welches von
dem dam aligen Herrschaftsbesitzer, Fürst Lobkow icz, erbaut wurde. Bis zum
Jahre 1878 w urde daselbst U nterrich t erteilt und manche G roßm utter u nd m an­
cher G roßvater werden, angesichts der neuen, schönen Schulgebäude, später ihren
Enkeln von der A rm seligkeit der eigenen ehemaligen Schulzeit, von der Be­
schwerlichkeit der Wege und dem Gedränge in dem kleinen, finsteren Raum
erzählt haben. A lle diese Verhältnisse drängten damals zur Errichtung einer
neuen Schule und schon im Jahre 1874 wurde in der Gemeinde Obersedlitz eine
Schulklasse im Haus N r. 3 eröffnet. Es w ar ein Gasthaus, hatte einen Tanzsaal —
verm uthch der „Linden-H of" — und da kam es w o hl m anchm al vor, daß allzu­
fröhlicher Geist durstiger M ännlein etwas ablenkend auf den Schulbetrieb w irkten.
Das Jahr 1878 brachte die Erlösung. In diesem Jahr w urde in Obersedlitz eine
zweiklassige Schule feierlichst eröffnet. D ie Pläne dieses Schulhauses w urden ein
Jahr später auf der W eltausstellung in W ien (1879) als M usterpläne neuzeitlichen
Schulbaues ausgestellt. D ie Bausumme betrug 12071 fl. 83 Kr.; 30cx> G ulden
spendete das Land Böhmen.
Nachdem im gleichen Jahr der dam alige Lehrer der alten Schule in Schrecken­
stein pensioniert wurde, übergab m an das alte Schulhaus dem Fürsten Lobkow icz
wieder als Eigentümer. A lles konzentrierte sich nunm ehr auf die Obersedlitzer
Schule. D ie G ründtm g neuer Industrien, w ie im ersten T e il dieser Abhandlung
bereits erwähnt, bedingten naturgemäß ein stetiges Zuström en von Menschen
und eine a lljährlich steigende E ntw ickltm g der Gemeinden. A ls Reflex auf das
gewaltige Anwachsen der Bevölkerung m ußte sich auch die E ntw icklung des
Schulwesens auswirken. Im Jahre 1893 w ar die Schule in Obersedlitz bereits zu
kle in u nd es m ußten zw ei neue Klassen hinzugebaut werden.
357
1...,347,348,349,350,351,352,353,354,355,356 358,359,360,361,362,363,364,365,366,367,...384
Powered by FlippingBook